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Sagen aus den Dolomiten / Südtirol

Im Gadertal, in den Dolomiten und überhaupt in ganz Südtirol erzählt man sich noch heute viele Sagen, die von Zwergen und Geistern, Elfen und Prinzen, von Liebesgeschichten aber auch tragischen Schicksalen berichten. Für manche sind es nur Leggenden, andere glauben an dessen Warheitskern. Wir vom 4 Stene Wellnesshotel Almhof Call sind der Meinung, unsere Sagen sind auf jeden Fall sehr unterhaltsam. Deswegen stellen wir immer wieder eine Sage ins Netz, damit ihr schon vor den Urlaub in Fabelstimmung kommt. Und wer weiß vielleicht trifft ihr ja während einer Wanderung oder einer Radtour auf eines der verwunschenen Wesen...man kann ja nie wissen was passiert in der Traumlandschaft der Dolomiten

Sagen aus den Dolomiten /Südtirol 1

Des Waldgeistes Wams
Die Südtiroler Waldgeister sind sehr scheu; stets zur Hilfe bereit, scheinen sie etwas dagegen zu haben, vom Menschen erblickt zu werden.
Das beweist auch die nachfolgende Geschichte.
Die Weiden am Kreuzkofel sind seit jeher Domäne der ladinischen Hirten und Ihrer Herden gewesen. Eines Tages begannen jedoch die Schafe das schöne Gras zu verschmähen, ohne dass ihr Gewicht darunter gelitten hätte. Keiner von den Hirten konnte sich das ungewohnte Verhalten der Tiere erklären, umso weniger als ihr Zustand in keiner Weise beeinträchtigt schien. Da half nur eines: die Hirten verbrachten die Nacht im Schafstall, um dem Geheimnis auf den Grund zu kommen. Sie waren noch wach, als ein Waldgeist die Schafe frei ließ und zum Grasen führte. Im Morgengrauen trieb er dann die Herde wieder in den Stall.
Dankbar für soviel Hilfe, beschlossen die Hirten, dem Waldgeist einen roten Wams zu schenken. Sie ließen ihn vom Enneberger Dorfschneider anfertigen und legten ihn abends vor der Stalltüre. Der Wams war am nächsten Tag verschwunden und ziert wohl seitdem den Waldgeist. Am Kreuzkofel hat sich der nächtliche Helfer allerdings nie mehr blicken lassen.


Sagen aus den Dolomiten /Südtirol 2

Der Enneberger Schumacher
Die Sonne zog sich schon hinter den Bergen des Gadertales zur Ruhe zurück, als der arme Enneberger Toni sich daran machte, ein neues Paar Schuhe zu nähen. Rechtschaffen müde, schloss er endlich am späten Abend seine Werkstatt ab. Am nächsten Morgen musste er zu seinen großen erstaunen feststellen, dass sein unvollendetes Werk zu Ende geführt worden war. Der Gedanke an den unerklärlichen Vorfall ließ ihn den ganzen Tag nicht los. Abends eilte er früher als sonst heim zu seiner Frau, um ihr bei Tisch davon erzählen zu können. Mit Kennerblick festgestellt, dass Toni völlig nüchtern war, riet ihm seine Frau, die Nacht in der Werkstatt zu verbringen, um dem Geheimnis auf die Spur zu kommen. An dieser Stelle sei nachgeholt, dass Enneberger Toni alles andere als ein beherzter Mann war. So kam es auch, dass er um Mitternacht seine Werkstatt fluchtartig verließ. Nicht, dass sich bis dahin etwas Unvorhergesehenes ereignet hätte. Doch hatten ihn die Nächtlichen Stunden auf abwegige Gedanken gebracht, die Glocke der Turmuhr ihn an alte Geister- und Hexengeschichten erinnert. Seine Frau, aus ganz anderem Holz geschnitzt, nahm also seinen Platz ein. Sie versteckte sich hinter dem typischen Südtiroler Bauernofen und harrte der Dinge, die da kommen sollten. Es dauerte nicht lange und die Türe öffnete sich knarrend; leise und verstohlen traten zwei Ladinische Waldgeister herein. Am Schusterschemel Platz genommen, machten sie sich eifrig an die Arbeit. Das Ehepaar, das sich für soviel Hilfe kenntlich zeigen wollte, legte am nächsten Abend zwei kleine maßgeschneiderte Anzüge auf die Schusterbank. Die Waldgeister aber fertigten nur noch ein Paar Schuhe an, nahmen das Geschenk mit und ließen sich nie wieder blicken.


Sagen aus den Dolomiten /Südtirol 3

Der Ritter Gran Bracun aus St. Vigil in Enneberg
Die Bewohner des Gadertales haben Francesco Gugliemo Brack, den „Gran Bracun“ nie vergessen. Gebürtiger Enneberger, hatte er sich mehrmals an den Kreuzzügen gegen die Ungläubigen und Häretiker beteiligt, doch vollbrachte er seine wahre Heldentat in den Bergen seiner Südtiroler Heimat. In einer Höhle zu Füssen des Kreuzkofels hauste zu jener Zeit ein böser Drache, vor dem weder Mensch noch Tier sicher war. Nachdem die Bauern die Gegend fluchtartig verlassen hatten, begann der Drache sein Unwesen bis hinunter ins Enneberger Tal zu treiben. Die Dorfeinwohner fürchteten sich so sehr, dass sie sich kaum noch vor die Tür trauten. Hie und da wagte es wohl ein beherzter Krieger, dem Drachen mit dem Schwert zu Leibe zu rücken, doch kam keiner mit dem Leben davon. Eines schönen Tages beschloss unser Ladinischer Held, der soeben aus dem Vorderen Orient heimgekehrt war, dem Schrecken ein Ende zu bereiten. Die Kunde seines Kommens hatte sich in Windeseile in ganz Südtirol verbreitet und die Enneberger liefen herbei, um den kühnen Ritter ihre Ehre zu erweisen. In voller Rüstung schwang sich Brack auf sein Pferd und erreichte alsbald sein Ziel. Der feuerspeiende Drache wurde von seinem aus dem Sattel aus verschossenen Pfeil mitten ins Herz getroffen. So hat der Mann aus Enneberg gelebt, der seinen Zeitgenossen als der rechte Held galt.


Sagen aus den Dolomiten /Südtirol 4

Die weiße Schlange von Fodara Vedla

Die grünen Weiden von Fodara Vedla im Naturpark Fanes Senes Prags, unweit von St.Vigil in Enneberg sind im Sommer noch heute das Ziel der ladinischen Hirten und Herden aus dem ganzen Tal. Die Kuhglocken schellen hier im Einklang mit der zauberhaften Schönheit der intakten Südtiroler Natur.
Doch gab es auch eine Zeit, zu welcher es auf diesen schönen Wiesen von Giftschlangen derart wimmelte, dass es nur die mutigsten unter den Hirten wagten, Ihre Herde bis hinauf zum Sas dla Para zu führen. Auch sonst machten die kriechenden Bestien den Südtiroler Bauern das Leben zur Plage. Sie schlichen sich bis in die Ställe hinein, um sich an der Kuhmilch satt zu trinken. Vor der Angst, gebissen zu werden, angestachelt, entschlossen sich die Hirten endlich, den Hexenmeister in St. Vigil in Enneberg um Hilfe zu bitten. Einen vollen Korb mit magischen Kräutern und Pulvern am Arm, wanderte der Hexenmeister nach Fodara Vedla. Bei Einbruch der Dämmerung, vor einem brennenden Reisigbündel hockend, murmelte er die geheime Beschwörungsformel vor sich hin. Und siehe da die Vipern krochen aus ihren Verstecken hervor, wagten sich bis ans Feuer heran und verbrannten in elender Weise. Plötzlich und ehe er sich’s versehen konnte, wurde der Hexenmeister von einer dicken weißen Schlange, geschmückt mit einer seltsamen Goldkrone, angegriffen. Sie riss ihn mit sich ins Feuer, in dem sie eng umschlungen den Tod fanden. Am nächsten Morgen, als die Hirten nach dem Hexenmeister Ausschau hielten, fanden sie nur die von Gift durchtränkte Asche vor. Einer aber, sah genauer hin. Er fand die kleine Goldkrone und lebte fortan als reicher Mann.


Sagen aus den Dolomiten /Südtirol 5

Die Ladinische Schlossherrin Dindia
Die letzten Sonnenstrahlen schimmern golden durch die Schießscharten im Turmsaal.. Am langen Tisch sitzt ein junger Ritter der anmutigen ladinischen Edelfrau Dindia gegenüber. Er hat ihr soeben berichtet, dass er auf der Suche nach dem verschwundenen Schatz, der ihm die Gunst der schönen Schlossherrin in Abtei sichern soll, bis zum Wald bei Lamarida vorgedrungen ist. Traurig lächelnd weiht ihn Dindia in ihr bislang wohlbehütetes Geheimnis ein: „ich bin gefangenen des bösen Zauberers, der mir den Schatz einst schenken wollte. Da ich mich jedoch hartnäckig weigerte, ihn zu ehelichen, hat er mich in diesem Schloss eingekerkert und einen schrecklichen Drachen zu meinem Leibwächter und Behüter des Schatzes bestellt, der in der Grotte zu Füßen des Schlosses vergraben liegt“.
Aus Rührung von Dindias Schicksal ergriffen und vom Eifer beseelt, die Geliebte durch das kostbare Geschenk zu gewinnen, machte sich der Südtiroler Ritter am nächsten Morgen zur Grotte auf. Der feuerregnenden Wut des Drachen begegnete er mit seinem langen Schlachtschwert, das er mit beiden Händen führte. Wohl gelang es ihm, Dindia von ihrem Bann zu befreien. Allein, er musste seine Heldentat mit dem Tod bezahlen. Kaum war er in den Armen der Edelfrau den tödlichen Wunden erlegen, da stürzte sich die Schlossherrin von Abtei mit einem markdurchdringenden Schrei auf seine Leiche. Die Blicke der jungen Frauen maßen sich, kein Wort kam von ihren Lippen. Die leblose Gestalt ihres Erretters mit letzter Kraft auf ihr weißes Pferd gebettet, verschwand Dindia im Wald. Für immer.


Sagen aus den Dolomiten /Südtirol 6

Die Prinzessin Dolasilla

In einer fernen Vergangenheit, an die sich keine Menschenseele mehr erinnert, war das ladinische Reich der Fanes in den Dolomiten die Bühne einer Fabel, die mit den mutigen Taten der Tochter des Königs, Dolasilla, beginnt.
Bildschön, blitzgescheit und tapfer, besaß sie eine Zobelstola und Silber, die ihr die Südtiroler Zwerge zum Zeichen der Dankbarkeit zum Geschenk gemacht und die besten Waffenschmiede im Reich zu einem Panzer, der jedem noch so harten Nahkampf standhielt und zu einem unvergleichlich wirkungsvollen Bogen verarbeitet hatten. Der Silbersee lieferte das Schilfrohr für die Pfeile, die so treffsicher waren, wie man sich’s nur wünschen kann.
Derart für ihren ersten Kampf bestens gerüstet, besiegte Dolasilla den Feind in Blitzesschnelle. Die siegreiche Prinzessin wurde von ihrem Volk mit großem Jubel durch die unwegsamen Pfade bis hinauf auf den Kronplatz geleitet. Dort wurde Dolasilla von ihrem Vater, dem König, mit der herrlichen Rajeta gekrönt. Die Glanzzeit im Reiche der Fanes war angebrochen und ein großartiges Kapitel seiner Geschichte aufgeschlagen.


Sagen aus den Dolomiten /Südtirol 7

Die Bleichen Berge

Im dahingesunkenen Reich der Dolomiten schwirrten einst die piepsenden. Töne der Vogelsprache durcheinander. Das Bild, das sich der Betrachtung seiner Bewohner bot, war von der Blumenvielfalt in den Wiesen, vom satten grün der Wälder und von kristallklaren Bergseen bestimmt.
In dieser ihrer Welt herrschte das Glück bis zu dem Tag, an dem der Sohn des Königs eine Mondprinzessin heiratete. Die beiden liebten sich über alles, doch konnte der Prinz das gleißende Mondlicht kaum, seine Gemahlin den Anblick der grauen Felsen und dunklen Wälder überhaupt nicht ertragen. An ein gemeinsames Leben im Schloss war nicht zu denken, da er um sein Augenlicht bangte und sie vor Sehnsucht nach ihrer strahlend hellen Heimat fast verging und schließlich dorthin zurückkehrte.
Eines Tages, als der Prinz wieder einmal allein im Wald umherirrte, traf er den König der Zwerg, der nach Siedlungsland für sein Volk Ausschau hielt. Nachdem er sich die traurige Geschichte angehört, versprach der Zwergkönig dem jungen Prinzgemahl im Austausch gegen die Erlaubnis, sich mit seinem Volk in den Wäldern häuslich niederzulassen, die Berge des Reiches der Dolomiten in hellem Glanz erscheinen zu lassen. Der Bund wurde durch Handschlag besiegelt und in der darauffolgenden Nacht fing das Zwergvolk das Mondlicht Strahl für Strahl ein und überzog damit die Felsen. Mit der Rückkehr der Mondprinzessin kehrte auch das Glück wieder in das Reich der Dolomiten ein.


Sagen aus den Dolomiten /Südtirol 8

Die Leggende von König Laurin
Vor langer Zeit da lag, hoch oben bei den grauen Felsen, der wunderschöne Rosengarten von König Laurin.
Hier ward es also, das Reich von König Laurin und seinem fleißigen Zwergenvolk, das im Inneren der Berge nach Kristallen, Silber und Gold schürfte.
Eines Tages begab es sich, dass der König an der Etsch seine wunderschöne Tochter Similde vermählen wollte. Alle Adeligen der Umgebung wurden zu einer Maifahrt eingeladen, nur König Laurin nicht. Dieser beschloss jedoch, mit seiner Tarnkappe ausgerüstet eben als unsichtbarer Gast daran teilzunehmen. Als er am Turnierplatz Similde erblickte, verliebte er sich in ihr schönes Antlitz, setzte sie auf sein Pferd und ritt mit ihr von dannen.
Alsbald zogen Simildes Versprochener und dessen Ritter aus, um die Angetraute zurückzuholen und standen kurz darauf vor dem Rosengarten. Da band sich König Laurin seinen Wundergürtel um, der ihm die Kraft von zwölf Männern verlieh und stellte sich dem Kampf. Als er sah, dass er trotz allem ins Hintertreffen geriet, zog er sich die Tarnkappe über und sprang, unsichtbar wie er nun zu sein glaubte, im Rosengarten hin und her. Die Ritter jedoch erkannten an den Bewegungen der Rosen, wo der Zwergenkönig sich verbarg.
Sie packten ihn, zerbrachen den Zaubergürtel und führten ihn in Gefangenschaft. Laurin, erzürnt über sein Schicksal, drehte sich um und belegte den Rosengarten, der ihn verraten hatte, mit einem Fluch: Weder bei Tag noch bei Nacht, sollte ihn jemals mehr ein Menschenauge sehen.
Laurin aber hatte die Dämmerung vergessen und so kommt es, dass der verzauberte Garten auch heute noch in der Dämmerung seine blühenden Rosen für kurze Zeit erstrahlen lässt…


Sagen aus den Dolomiten /Südtirol 9

Der Höllenpförtner

Die Legende mit dem unheilvollen Namen erzählt von einem Jungen von etwa 15 Jahren.
An einem Bozner Markttag fiel er durch seine Schwermut unter den vielen lachenden und geschäftigen Bauern auf: Sein Haar erinnerte an einen alten Mann und seine Augen hatten jeden Glanz verloren.
Ein Bauer setzte sich schließlich zu ihm und bot ein Glas Wein an. Auf seine Frage hin begann der Bub zu erzählen: Jörgl heiße er und schon seit vielen Jahren musste er sich trotz seines jungen Alters an einem fremden Hof verdingen. Harte Arbeit und das große Heimweh quälten ihn, als er eines Tages in den Wald geschickt worden sei, um Holz zu sammeln.
Plötzlich verstummten die Stimmen des Waldes, als ein fremdartiger Mann mit rabenschwarzem Haar und Augen erschien. Er bot ihm an, sieben Jahre in seinen Dienst zu treten und Jörgl schlug ein, in der Hoffnung, seinem harten Los entfliehen zu können. In den nächsten Tagen sah er viele verschiedene Städte, traf viele verschiedene Leute, bis sie zu einem einsamen Tal und einer schwarzen Pforte kamen. Jörgl begriff allmählich, wer der fremdartige Mann sein musste.
Er bekam die Aufgabe übertragen, sieben Jahre als Höllenpförtner seinen Dienst zu tun, die Verdammten hinein zu lassen, aber keinen heraus. Fleisch und Wein sollten sein Lohn sein, nur kein Wasser gegen den Durst. Sieben schreckliche Jahre lang habe er unzählige Seelen gesehen, bekannte und unbekannte, denen er die Pforte öffnen müsste - Schreie und Flüche musste er hören und konnte nichts dagegen tun. Nach dem Ablauf seiner Dienstzeit durfte Jörgl wieder zurück in die Welt der Lebenden und kehrte endlich heim zu seiner Familie.
Glücklich wurde er aber zeit seines Lebens nicht mehr, zu viel hatte er gesehen und gehört, als er an der Höllenpforte stand.


Sagen aus den Dolomiten /Südtirol 10

Der wilde Mann in Montiggl
Im Montiggler Wald stand auf einer Anhöhe eine halb zerfallene Hütte, welche von den Leuten gemieden wurde, weil es dort immer unheimlich war.
Noch heute fällt es manchmal diesem oder jenem schwer, die Stelle bei Nacht zu passieren, und er schlägt gegen alles Ungeholde ein großmächtiges Kreuz.
Es erzählt aber die Sage, dass dort oben bei der Hütte vor alters ein Wilder Mann von ungeheurer Größe und Stärke gewohnt habe, den die Leute weit und breit bloß den Montiggler Wilden hießen.
Eine alte Frau ist bei Nacht in den Montiggler Wald gegangen, um Reisig zu klauben. Bevor es aber das Mütterlein merkte, ging die Sonne unter, und die Nacht überraschte sie, ehe sie aus dem Walde war. Sie kehrte nicht mehr zurück. In der Nacht getraute sich niemand hinaus, als aber am anderen Morgen die Leute in den Wald gingen, die Alte zu suchen, fanden sie ihre Überreste auf dem Wildmannsbühel bei der Hütte des Ungetüms. Der Wilde hatte sie aufgefressen.
Eines Tages kam derselbe nach Schreckbichl und holte sich aus dem nächsten Bauernhofe ein Paar Ochsen, mit welchem er Steine auf seinen Hügel hinaufführte. Der Bauer war ihm nachgeschlichen und musste sehen, wie der Grimmige auf seine Öchslein losschlug, dass es zum Erbarmen war. Dazu schrie er: “Hü, hotü, hü!“ Der Bauer wagte sich nicht an den Wilden und ging wieder heim. Am andern Morgen aber fand er die Ochsen wieder in seinem Stall; sie waren viel fetter und stärker geworden, so dass der Bauer, der ihre Arbeit am vorhergegangenen Tage ja beobachtet hatte, kaum seinen Augen traute. Sie schwitzten vor lauter Fett wie Ölkrüge.
Einmal gingen Leute in den Montiggler Wald, um Laub zu sammeln. Als sie an der Hütte des Wilden Mannes vorbeikamen, von dem man schon längere Zeit nichts mehr verspürt hatte, konnten sie ihrem Vorwitz nicht widerstehen und lugten durch die weit geöffnete Tür in die Hütte. Darin sahen sie eine Grube, und weil sie vom Wilden keine Spur bemerkten, wagten sie sich hinein und stiegen in das Loch hinab. Kaum waren sie alle unten, als die Grube sich plötzlich zu drehen anfing, dass den erschrockenen Insassen ordentlich schwindelte. Und die Wände des Loches waren nimmer wie vorher, sondern schimmerten von purlauterem Golde. Es gelang den Vorwitzigen, wieder heraufzusteigen; als sie aber oben waren und nach den goldenen Wänden sehen wollten, war das Gold wieder verschwunden


Sagen aus den Dolomiten /Südtirol 11

Der Zwerg vom Niederjoch
Die Sage erzählt von einem jungen Hirten namens Fridolin, der einst vom Schnalstal über den Niederjocher Ferner nach Österreich gelangen wollte.
Ein schrecklicher Schneesturm machte seine Pläne zunichte und brachte sein Leben in große Gefahr, als plötzlich ein Eismandl auf ihn zutrat und ihm Rettung versprach. Allerdings dürfe er Zeit seines Lebens nie sein Wort und seine Treue zu halten vergessen. Nach dem Schwur war sein Leben gerettet und eine Weile hielt er sich an den Eid.
Die Zeit verging und Fridolin plante mit der junge Schnalser Magd Martha seine Zukunft. Schlussendlich gewann aber Paula, Tochter eines reichen Bauern, durch zähes Werben und durch die Aussicht auf eine gesicherte Zukunft sein Herz. Martha ermahnte ihn in ihrem tiefen Schmerz an sein Treueversprechen und verwünschte ihn.
Lange Zeit lebte Fridolin reich und zufrieden auf dem Hof des Schwiegervaters, das Eismandl und der Eid waren längst vergessen. Eines Jahres beschloss das junge Ehepaar Ende Juni, eine Verwandte in Österreich zu besuchen und machte sich auf den beschwerlichen Weg über den Niederjocher Ferner. Urplötzlich brach an der Stelle, an der Fridolin vom Eismandl gerettet wurde, ein furchtbarer Schneesturm los und aus dem Nichts erschien Martha vor ihnen. Das Eismandl hatte sie in ihren Träumen aufgesucht und von Fridolins gebrochenem Eid erzählt. Die zwei jungen Eheleute klammerten sich angsterfüllt aneinander und starben eine einsamen Tod in den Höhen des Ferners.
Nach dem Sturm fanden die Eismandln an der Stelle, an der sie sich Fridolin gezeigt hatte, die erstarrte Martha und beerdigten sie im Friedhof von Unserer Lieben Frau - just gegenüber jenen Gletschern, in denen sie ihr Verderben gefunden hatte.


Sagen aus den Dolomiten /Südtirol 12

Die Hl. Drei Brunnen in Trafoi
Die Legende erzählt von einem Hirten und drei Rinnsalen, die plötzlich aus dem Felsen brachen.
In Trafoi im Vinschgau, auf dem Weg zum Stilfserjoch, befindet sich inmitten der herrlichen Bergwelt ein kleines Kirchlein mit einigen Nebengebäuden. Es handelt sich dabei um das Kirchlein zu den Hl. Drei Brunnen. Die Legende erzählt, dass im 13. Jahrhundert der Hirte Moritz an dieser Stelle aus dem Felsen drei Rinnsale brechen sah. Jedes davon trug ein Kreuz mit sich. Zwei der Kreuze konnte er erwischen, das dritte wurde weggeschwemmt.
Eines dieser zwei Kreuze ist in der Kirche von Stilfs zu sehen, das zweite in der Kirche St. Johann im Münstertal. Schon im 15. Jahrhundert wurde dieser idyllische Platz zu einem Marienwallfahrtsort, an dem eine kleine Kapelle errichtet wurde. Den Quellen werden heilende Kräfte zugeschrieben, davon erzählen auch die zahlreichen Holzprothesen, die in der kleinen Kirche besichtigt werden können. Von der Legende selbst hingegen berichtet das neue Brunnenhaus, in dem die drei Statuen der Muttergottes, Jesus und Johannes stehen. Zudem befindet sich vor der Kirche ein Brunnen mit drei Rinnsalen vor dem beeindruckenden Panorama von Ortler und Co.
Die Marienstatue wird jedes Jahr am Pfingsmontag von der Trafoier Kirche in einer Prozession zum Kirchlein zu den Hl. Drei Brunnen getragen. Am letzten Sonntag im September wird sie dann wieder zurückgebracht. Es wird vermutet, dass hier in früheren Zeiten ein heidnisches Heiligtum stand…








 
 
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Autor: Call Oliver
 
 
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